Tag 28

29.02.2020

Ofenbau 

Der Ofen ist das Herzstück einer mexikanischen Küche – und auch in diesem Projekt stand er sowohl technisch als auch planerisch im Mittelpunkt. Der grobe Entwurf entstand schon während der Planungszeit in München. Die tatsächliche Funktionsweise einer estufa ahorradora de leña (Holzsparofen) wurde erst vor Ort von der NGO CAMPO und den Gemeindemitgliedern erklärt. Mit ihrer Hilfe und der Unterstützung von Experten, die sich mit dem Bau dieser speziellen Öfen auskennen, wurde die Gestalt des Ofens angepasst, definiert und auch umgesetzt.  

Der nach traditioneller Art mit Holz befeuerte Ofen hat zwei Feuerstellen, kann aber damit bis zu vier Töpfe erhitzen. Unter den großen Topflöchern sitzen die zwei Feuerstellen, die jeweils einen direkten Eingang zum Luftansog und zur Holzzufuhr haben. Auf der vorgesetzten Ablagefläche liegen das nachzuschiebende Holz oder Zutaten zum Kochen. Ein kleiner Topf wird nur noch durch die vom Feuer erhitzte Luft der ersten Feuerstelle bedient. Durch die volcános (niedrige Lehmhügelchen) hinter den kleinen Topflöchern im Inneren des Ofens wird die Luftzirkulation automatisch Richtung Kamin gelenkt. 

Das Know-how der Nutzer trug dazu bei, dass der Ofen mit typisch mexikanischen Küchengeräten bestückt wurde: ein comal (Röstplatte aus Ton, bei der Nachbarin gekauft) für das Zubereiten von Tortillas und Memelas sitzt über dem großen Topfloch der ersten Feuerstelle. Auf einem niedrigen Podest steht der metate (Mahlstein) zum Reiben von Mais, Kräutern und Gewürzen. Ein Eisenring über dem anderen großen Loch der zweiten Feuerstelle ermöglicht es, auch kleinere und große Töpfe direkt über das Feuer zu stellen 

Janina Schuldt 

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